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Was wirklich in Deutschland los ist

Von GLR | 20.6.2017 9:00

Ich weiß nicht, wie viele es sind, die offen aussprechen und ansprechen, was wirklich in Deutschland los ist. Jedenfalls sind es nicht sehr viele, genau genommen fast überhaupt keine.

Die im System willig und abgestumpft mitlaufenden Mainstreamgläubigen wollen nicht sehen, was in Deutschland los ist. Aber das ebenfalls nicht sehen wollen diejenigen, die sich nun "aufgewacht" dünken und ihre Hoffnungen auf eine Handvoll sich kritisch gebender Alternativer im Internet oder auf neue Parteien setzen. Sowohl die einen, als auch die anderen werden von meinen Livestreams zunehmend weniger begeistert sein, einfach weil mir die Leier, ständig nur Unmut zu äußern, zu hohl und zu langweilig ist. Viel eher interessieren mich echte, sinnvolle Alternativen zur jetzigen politischen Situation.

Aber hilfreiche und sinnvolle Vorschläge (nur ein Beispiel: die fällige freiheitliche Verfassung und eine Debatte darüber in breiten Schichten) werden von denjenigen, die sich mit den Beschwerden und der Empörtheit wohl fühlen (auch wenn sie das immer bestreiten — aber warum tun sie dann nichts anderes?), offensichtlich ignoriert. Durch das monotone, von mir zunehmend übergangene und einfach nur noch lästige Aufbringen der immer selben von praktischen Lösungen wegführenden Mäkeleien ersparen sich diese Leute die nötigen Konsequenzen. Sie ersparen sich vor allem, auf die eigene Untätigkeit und Hilflosigkeit, auf den eigenen Fatalismus, der sich als Durchblickertum tarnt, zurückgeworfen zu werden. Sagt man ihnen das ins Gesicht, empfinden sie das natürlich als extrem unangenehm.

Dieser Livestream hat sich, auch die kommenden werden das tun, nur noch an Zuschauer gewendet, die für Neues und Ungewohntes aufgeschlossen sind und die an etwas anderem als den schon seit Jahren in den einschlägigen Kanälen und Plattformen wiederholten Empörungs- und Jammertiraden interessiert sind. Ich finde es auch gut, wenn die anderen wegbleiben, weil mir die Aufrufzahlen nicht wichtig sind. Die Qualität der zu sich selbst ehrlichen und im eigenen Leben engagierten Menschen ist mir wichtiger als die Quantität, die sich von mir aus gerne auf anderen Kanälen einfinden kann.

Jetzt müßt ihr euch natürlich fragen: Was habt ihr heute in der Zeit von 20:00 und 21:00 Uhr vor? Was wollt ihr hier herausbekommen? Wollt ihr hier einsteigen; wollt ihr etwas für euch herausfinden und profitieren? Das ist doch letztlich euer Interesse.

Wer nur meint, er wird hier unterhalten, der wird bei diesem Livestream und auch bei den nächsten Livestreams immer mehr enttäuscht werden.


Livestream Mo 19.6.2017 20:00 von wertperspektive


Auch für mich persönlich geschieht hier ein Umbruch. Ich merke erst allmählich, wie wenig die meisten an sinnvollen Anregungen interessiert sind. Sie werden, wie sich an den Chateintragungen zeigt, so gut wie vollständig ignoriert. Für mich stellt sich immer dringlicher die Aufgabe, mich nicht beirren und von den eigentlich wichtigen Aspekten nicht ablenken zu lassen. Zunehmend ist mir klarer geworden, daß die Mehrzahl der Zuschauer etwas anderes erwartet, als was ich anbiete, und daß daraus ganz einfach folgt, daß sie im falschen Kanal und im falschen Livestream sind.

Was ich außerdem nicht mitbekomme, das ist, wie viele von denen, die teilnehmen, verstanden haben, was ich mitzuteilen versuche. Es kommen fast keine konstruktiven Rückmeldungen. Dies alles muß berücksichtigt werden. Für mich ist das ein Lernprozeß, der erst begonnen hat und sicher noch etliche Veränderungen nach sich ziehen wird.

Momentan gehe ich davon aus, daß inhaltlich nur ein kleiner Teil des Publikums nachvollziehen kann, was mitgeteilt wird. Gleichwohl ist die inhaltliche Aussage richtig; sie stellt die Quintessenz von vielen Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der Krise der deutschen Gesellschaft und des politischen Systems dar, wie auch mit den vorherrschenden ideologischen Prägungen und Programmierungen des Massencharakters. Inhaltliche Kompromisse werde ich deshalb nicht eingehen.

Nach meinem jetzigen Verständnis wird es auf eine Reduzierung des Adressatenspektrums hinauslaufen. Da ich nicht aufgeben werde, wird es bei denjenigen, die mich nicht verstehen können (oder nicht verstehen wollen), zu einer Zermürbung und zu einem Abdriften kommen. Das wäre kein Problem; im Gegenteil: es könnte auch ein Fortschritt sein.


Aus einer Mailzuschrift:

Danke für das Streamen! Es war/ist sehr erhellend und vertiefend. Das ist ja mal eine/die Meßlatte für Bewußtheit: Thema Identifikation:

"Ich kann gar nicht von Trump enttäuscht sein! Ich kann ja nicht mal von mir selber enttäuscht sein!"


Und ja, ich mußte auch soviel lachen! Genial:

"Eine Stunde unverständlich und inhaltsleer ist doch schon genug, oder?"

Der wahre Lehrer (oder auch Ent-leerer) gibt nichts und nimmt alles... und damit gibt er ja alles.


"Warum schauen die das trotzdem an?"

Der (ev.) noch verhaftete Hörer/Teil-nehmer ahnt, daß hier etwas absolut Essentielles vermittelt/nicht vermittelt wird.
"Etwas" in den Hörern versucht dahinter zu kommen, was gemeint sein könnte, da sie vllt. spüren, daß es sie zutiefst be-trifft. Sie bemerken (ev. immer mehr), daß Du keinen neuen "Ismus" jedweder Art "anbietest"; sondern, daß es um sie selbst geht und sie vllt. zum ersten mal wirk-lich ernst genommen werden und daß da keiner ist, der die Verantwortung für ihr Leben übernimmt.

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